UNSERE AUSBILDUNG: Feld-Prozess-Design und Prozessbegleitung

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Hintergrund

Warum unsere Arbeit? Warum diese Ausbildung?

Partizipative Lösungen für eine dynamische Welt. Wir sehen uns einer immer dynamischeren und komplexer werdenden Welt gegenüber, die sich stetig verändert und langfristige Vorhersagen und Planungen nicht mehr zulässt. Aus der Perspektive des Einzelnen sind die meisten Probleme und Herausforderungen kaum noch zu verstehen, zu bewältigen und erst recht nicht positiv gestaltbar. Es geht heute nicht mehr darum, Wissen zu sammeln und zu verwalten, sondern viel mehr darum, mit dem Wissen der Vielen aktiv zu gestalten. Denn überall besteht derzeit die Notwendigkeit, in offenen Prozessen zukunftsweisende Lösungen zu gestalten: für Orte, Produkte, Dienstleistungen, für unser Zusammenleben in Kommunen und Projekten sowie für unsere Zusammenarbeit in Firmen und Organisationen. Dieser notwendigen Herausforderung nehmen wir uns in unserer Arbeit und dieser Ausbildung an: Unser Ansatz im Umgang mit Komplexität und Dynamik ist das Feld-Prozess-Design, das auf der von uns entwickelten Feld-Prozess-Theorie basiert.

Die Ausbildung im Überblick

Welche Inhalte werden vermittelt? 

Gestalter*innen können durch gewisse Kompetenzen zur Entwicklung lebendiger Systeme beitragen. Diese Kompetenz bezeichnen wir als Partizipationskompetenz, die sich v.a. aus einem tiefen Prozessverständnis, der daraus resultierenden Haltung und einer umfassenden Gestaltungskompetenz speist.

  • Prozessverständnis befähigt den Gestaltenden durch eine Haltung des Einlassens und Zulassens dazu, die Dynamik von Partizipations- und Gestaltungsprozessen zu verstehen, sich auf sie einzulassen, mit ihnen zu arbeiten, sie zu reflektieren und für Dritte nachvollziehbar sichtbar zu machen.
  • Gestaltungskompetenz befähigt den Gestaltenden dazu, eine Lebendigkeit fördernde Entwicklung zu unterstützen. Sie umfasst die Kenntnis von adäquaten Werkzeugen, Methoden und Techniken (unterschiedlichen Beobachtungs-, Wahrnehmungs-, Darstellungs-, Analyse- oder Entwurfsmethoden).

Wir bilden durch unsere Ausbildung Prozessbegleiter*innen mit diesen Kompetenzen aus. Sie erlernen bei uns die Fähigkeiten und methodischen Kompetenzen, Partizipationsprozesse jeglicher Art zu konzipieren, zu mo-derieren und zu begleiten und dabei mit allen Teilhabenden vitale Strukturen, Entwürfe und Planungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln und zu realisieren.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung orientiert sich in ihrem modularen Aufbau und Inhalten an unserem Arbeitsverständnis und an unserer Haltung: Lebendige Prozesse führen zu lebendigen Gestaltungen. Dementsprechend ist unsere Ausbildung flexibel und berufsbegleitend angelegt. Sie besteht aus unterschiedlichen Bausteinen, die an Ihre individuellen Bedarfe, Kenntnisse und Interessenschwerpunkte angepasst werden können. Für den Abschluss der Ausbildung ist die Teilnahme am Basisseminar (als Auftakt) sowie an mindestens fünf Kolloquien, acht zweitägigen Trainings (vier Methoden- und vier Prozesstrainings) und einer Projektwoche notwendig. Jeweils nach den Prozesstrainings findet ein eintägiger kokreativer Studienpod (eine Art Lerngruppe) statt, der von uns methodisch vorbereitet und inhaltliche begleitet wird. Hinzu kommt die Durchführung eines eigenständigen Projektes, bei dem Sie von einer*m erfahrende*n IPG-Mitarbeiter*in begleitet und beraten werden. Sie können sich die Ausbildung individuell über einen Zeitraum von zwei Jahren aus unserem Angebot an Fortbildungsterminen und Kolloquien zusammenstellen. Am Ende wird der Abschluss vom IPG zertifiziert und gemeinsam gefeiert.

An wen richtet sich die Ausbildung?

Unsere Ausbildung ist konzipiert für alle Menschen, die Gruppen- und Gestaltungsprozesse begleiten und dabei nicht an der Oberfläche bleiben, sondern die diesen Prozessen zugrunde liegenden Dynamiken verstehen wollen. Das können Führungskräfte, Teamleiter*innen, Lehrer*innen, Kommunalvertreter*innen, Prozess- und Projektbegleiter*innen sein. Aber auch Moderator*innen, die mit intensiven Gruppenprozessen konfrontiert sind oder Designer*innen, Architekt*innen und Planer*innen, die ihre Entwürfe partizipativ entwickeln (wollen).

Wie werden die Inhalte vermittelt?

In kleinen Lern- und Arbeitsgruppen verbringen wir jeweils mehrere Tage (Anzahl variierend je nach Modul) miteinander. An dieses Tagen finden im Wechsel unterschiedliche Blöcke statt: In theoretischen Einheiten lernen Sie wichtige Grundlagen (Partizipation, Gestaltung, Planung, Gruppendynamik u.v.m.) kennen, in praktischen Übungen wenden Sie theoretisch Erlerntes an.

In einem intensiven Prozess nutzen wir das Wissen der Vielen, indem wir von- und miteinander lernen, um unser aller Kompetenzen und Methodenrepertoire zu erweitern. Gemeinsam und jede*r für sich lernen wir, Prozesse zu reflektieren und mit Ihnen zu arbeiten, um aus dem Kontext heraus Gestalten zu können und eine Haltung des Gestaltens einzunehmen.

Die Außenwelt prägt die Innenwelt – in diesem Sinne legen wir großen Wert auf die Kultivierung des gemeinsamen Lernens: Wir bieten genügend (Denk)Freiräume, schmackhaftes gemeinsames Essen, ansprechende Arbeitsmaterialien, vielfältige Interaktions- und Rückzugsmöglichkeiten, Lern- und Arbeitsräume mit unterschiedlichen Qualitäten und festliche Ausbildungsabschlüsse. 

Wann kann mit der Ausbildung begonnen werden?

Zweimal im Jahr haben Sie die Möglichkeit, unsere Ausbildung zu beginnen: Das Basisseminar bietet die optimale Möglichkeit, unsere Arbeit, unsere methodischen Grundlagen, unsere Haltungen und natürlich uns persönlich an drei intensiven Seminartagen zu erleben. Anschließend können Sie sich für oder gegen einen Ausbildungseinstieg entscheiden. Das Basisseminar findet zweimal im Jahr statt, in der Regel im März und im September.

Die einzelnen Bausteine im Detail

Das Basisseminar

Geschlossenes Einführungsseminar über Haltungen, Methoden und Ansätze des IPGs. Es behandelt die praktischen Felder partizipativen Gestaltens und kollaborativer Demokratie und führt in den theoretischen Ansatz unseres Feld-Prozess-Designs ein.

Inhalte. Das Basisseminar besteht aus theoretischem und methodischem Input sowie praktischen Übungen, in denen reale Fallbeispiele bearbeitet werden. Es werden grundlegende Konzepte (u.a. Feld-Prozess-Modell, Kollaborative Demokratie), innere Haltungen (u.a. Einlassen auf den Prozess, Umgang mit Krisen) sowie Methoden und Formate des partizipativen Gestaltens (u.a. Design Thinking, Community Organizing,  Open Space) vorgestellt und in der Praxis erprobt.

Ergebnis. Sie werden nach dem Seminar einen umfassenden Überblick über Methoden und Verfahren guter Partizipation und Zusammenarbeit haben und in der Lage sein, eigene Formate, Veranstaltungen und Prozessdesigns zu entwerfen.

Kolloquien

Die abendlichen Kolloquien beleuchten theoretische Fragen, die im Zusammenhang mit unserer Arbeit stehen und neue Ansätze für das Design in kokreativen und transformativen Prozessen liefern. Sie stehen in der Regel im thematischen Zusammenhang mit den anschließenden Trainings und bilden hierfür die theoretische Basis.

Methoden- und Prozesstrainings (+Studienpod)

Unsere Trainings sind intensive zweitägige Workshops zu wechselnden Themen mit erfahrenen IPG-internen sowie externen Trainer*innen. Sie widmen sich entweder dem Prozessverständnis (Prozesstrainings) oder der Gestaltungskompetenz (Methodentrainings). Am Samstag nach den Prozesstrainings findet jeweils ein eintägiger kokreativer Studienpod statt. 

Inhalte. Schwerpunkte der Methodentrainings waren in der Vergangenheit u.a. Mustersprache, Design Thinking, Rhetorik, Lebendigkeitswerkstatt, Mental Mapping, Planungsorientiert Partizipation, Open Space, Storytelling, Design for Sustainability u.v.m Prozesstrainings orientieren sich an unserem Feld-Prozess-Modell und nehmen die thematischen Schwerpunkte Resonanz, Krise und Transformation, Kokreation und Emergenz und Kultivierung ins Auge.

Innerhalb der anschließenden Studienpods ist Raum, für alle Themen, die der Ausbildungsprozess zu dem Zeitpunkt aufwirft. Mit unserer Unterstützung stellen Sie sich gemeinsam mit anderen Teilnehmenden einer Aufgabe, wiederholen Inhalte, reflektieren über wichtige Themen oder coachen sich gegenseitig. 

Ergebnis. Nach jedem Seminar werden Sie den jeweiligen thematischen Schwerpunkt im Detail verstanden und auf Ihr eigenes Praxisbeispiel angewendet haben. Besonders aus den Prozesstrainings werden Sie mit einem transformierten Blickwinkel und einer anderen Haltung hinausgehen, denn Sie haben einen eigenen persönlichen Prozess durchlaufen.Die

Projektwoche

In der Projektwoche arbeiten wir an einem realen Projekt, mit dem Ziel, ein vernetztes und nachhaltiges Gesamtkonzept zu gestalten, das Aspekte aus Architektur, Landschaftsplanung, Organisationsentwicklung, Produkt- und Serviceentwicklung und der Gestaltung sozialer Strukturen mit einschließt. Wir entwickeln als Team in einem einwöchigen kollaborativen Gestaltungsprozess mit den Menschen vor Ort zukunftsfähige Lösungen, Planungen und Entwicklungskonzepte. 

Inhalte. Im Laufe des Gestaltungsprozesses werden wir uns intensiv mit allen das Projekt betreffenden Aspekten auseinandersetzen und mit diesen arbeiten. Dazu zählen u.a. gestalterische, geschichtliche, soziale, ökologische, psychische, finanzielle und organisatorische Aspekte. Inhalte aus Basisseminar und den Trainings werden vertieft, indem wir Methoden aus Design, Planung, Partizipation und Kollaboration praktisch anwenden.

Ergebnis. Ziel der Projektwoche ist es, realistische und realisierbare Entwürfe und Konzepte für das jeweilige Projekt zu entwickeln, die zu lebendigen und nachhaltigen Lösungen führen. Sie werden dadurch verstehen, was es bedeutet, in und mit einem generativen Prozess zu arbeiten und zukunftsfähige Lösungen in Kokreation zu entwickeln. Daneben durchleben Sie einen intensiven Prozess der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Kontext, der Gruppe und der jeweiligen Aufgabe, entdecken eigene Potenziale und Ihre Fähigkeiten zur Kokreation.

Begleitete Prozessarbeit

Über den Ausbildungszeitraum begleiten wir Sie im Zuge von vier Coa-chingterminen bei der Konzeption und Umsetzung eines eigenen partizipativen Projektes. Das Projekt kann sowohl aus Ihrem beruflichen Kontext als auch aus einer privaten Initiative entstammen. Über die Arbeit an eigenen Projekten lernen Sie mit unserer Unterstützung, ihre eigenen Prozesse mit denen des Kontextes in dem und für den sie arbeiten in Beziehung zu setzen und daraus Veränderungen und Gestaltungen zu entwickeln.

Anschließend folgt eine:

Projektpräsentation mit Feierlichem Abschluss

Weitere Informationen

  • Für die Ausbildung gibt es eine pauschale Ausbildungsgebühr mit der die Teilnahme an allen Veranstaltungen möglich ist. Die Kosten sind reine Kursgebühren. Je nach Veranstaltung können Kosten für Unterkunft und Verpflegung hinzukommen.
  • Unsere Ausbildung  entspricht den  inhaltlichen und qualitativen Vorgaben unterschiedlicher Förderprogramme: u.a. der Bildungsprämie , des Hamburger Weiterbildungsbonus und des Bildungsschecks NRW. Ihre Teilnahme kann im Sinne einer Weiterbildung finanziell unterstützt werden.
  • Selbstverständlich können alle Veranstaltungen auch als Fortbildung einzeln gebucht werden.
  • Anstehende Ausbildungstermine und inhaltliche Schwerpunkte der Module finden Sie hier: https://www.partizipativ-gestalten.de/category/ausbildung/
  • Alle Veranstaltungen benötigen eine verbindliche Anmeldung. Innerhalb folgender Fristen behalten wir uns eine Absage vor: Kolloquien bis zum Tag vorher, bei Methodentrainings bis zwei Wochen vorher und bei mehrtägigen Veranstaltungen einen Monat vorher.

 

 

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