Fliegerhorst Oldenburg

Ein neuer Stadtteil entsteht

Der Fliegerhorst Oldenburg war schon seit der Gründung des IPGs in Jahr 2008 ein immer wiederkehrendes Gesprächsthema im Büro gewesen. Seine Lage, seine Größe und seine Atmosphäre (die man während der Spielzeit des Oldenburgischen Staatstheaters auf dem Fliegerhorst ein wenig schnuppern konnte) haben uns inspiriert, über die Potentiale seiner Entwicklung nachzudenken. Daher freuen wir uns sehr, dass wir den Rat mit unserem Beteiligungskonzept für die erste Phase der Planungen überzeugen konnten und mit der Stadtwerkstatt Fliegerhorst und der begleitenden Ausstellung beauftragt worden sind.

Auf dem bis 2006 militärisch genutzten Flugplatz soll auf 193 Hektar in den kommenden Jahren ein neuer Stadtteil entstehen. Bis Ende April 2015 lagen als erste Beteiligungsmöglichkeit Ideenkarten an öffentlichen Stellen der Stadt aus. Hierauf konnte jede*r  Bürger*in Gedanken & Ideen zur Stadtteilentwicklung notieren oder aufzeichnen und sie portofrei an die Stadt Oldenburg zurücksenden. Alle Anregungen wurden im Mai 2015 in einem Ideenbuch veröffentlicht und flossen als Grundlage in die weitere Bürgerbeteiligung und Masterplanung ein. Auf der Internetseite www.oldenburg.de/fliegerhorst wurden Hintergrundinformationen und Rahmenbedingungen zusammen getragen, um allen Beteiligten eine solide Informationsbasis zu bieten. Hier sind auch die Dokumentationen der gesamten Stadtwerkstatt einzusehen.

In der Stadtwerkstatt Fliegerhorst Anfang Juni 2015 hatten per Zufall ausgewählte Bürger*innen, Kindern und Jugendlichen sowie Vertreter*innen von Verbänden intensive Tage der Zusammenarbeit, in der auf Basis der Ideenvorschläge und der Rahmenbedingungen Gestaltungsempfehlungen für die Entwicklung des Fliegerhorstes planerisch erarbeitet wurden.

Die Ergebnisse, die in der Gesamtdokumentation eingesehen werden können, zeigten, dass die Oldenburger*innen den Fliegerhorst als einen innovativen und nachhaltigen Stadtteil über neue experimentelle und partizipative Formen der Stadtplanung entwickeln wollen. Der Nachdruck und die Selbstverständlichkeit, mit der formuliert wurde, dass der Fliegerhorst die Chance beinhaltet, einen Stadtteil für zukünftige Generationen als Leuchtturmprojekt zu entwickeln, hat auch uns als Prozessbegleiter*innen erstaunt. Die zehn entwickelten Prinzipien, die die zukünftige DNA des Fliegerhorstes ausmachen sollen, sind innovativ, weitsichtig und mutig.

Aus unserer langjährigen Erfahrung mit Planungsprozessen wissen wir, dass erst durch die Erarbeitung aller relevanter Projekte mit den relevanten Akteur*innen ein gemeinsames Verständnis entstehen kann, das für ein erfolgreiches Entwicklungskonzept und dessen Umsetzung den entscheidenden Qualitätsfaktor ausmacht. Wir wissen aber auch, dass Beteiligung fehlschlagen und zu erheblichem Mehraufwand und weiterem Druck auf Verwaltung und Politik führen kann, wenn sie hauptsächlich als ein Abfragen von Vorstellungen und Wünschen oder als das Diskutieren von Vorschlägen aufgefasst wird.

Als Planer*innen verstehen wir Beteiligungsarbeit daher als Entwurfsmethode, die zu realisierbaren Maßnahmen führen muss, die von allen getragen und mit ihrem Engagement unterstützt werden. Beteiligung soll die Arbeit von Politik und Verwaltung ergänzen, bereichern und zu besseren Lösungen führen. Nach diesen Grundsätzen organisieren wir unsere Prozesse.

Auftraggeber:
Stadt Oldenburg
Zeitraum:
07/14 - 09/15
Leistungen:
  • Konzeption und Moderation Stadtwerkstatt Fliegerhorst
  • Ideenkarten, Poster und Roll-Ups
  • Konzept & Redaktionelle Bearbeitung Internetplattform
  • Ausstellungskonzeption
  • Dokumentation
  • Projektkoordination
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