Dorfentwicklung in Oberndorf

Herzlichen Glückwunsch!

Wir freuen uns riesig, dass die Oberndorf*innen auch international beeindrucken können. Barbara Schubert & Claudia Lemke haben für Oberndorf den Hans Sauer Award 2018 Designing Futures. Social Labs in Europe ins Dorf geholt!

Seit 2010 sind die Oberndorfer*innen und wir gemeinsam auf den Weg, Dorferneuerung als nachhaltige Dorfentwicklung zu denken. Oberndorf liegt mit rund 1500 Einwohnern im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) wunderschön am Fluss Oste, hat eine bisher noch recht gute Infrastruktur und eine leere Haushaltskasse. Seitdem ist viel passiert. Es sind 20 unterschiedlichste, gemeinwohl-orientierte Projekte entstanden, um die Lebensqualität in der Region zu erhalten und neu zu beleben. Bis heute sind 14 davon aktiv. In all diesen Projekten engagieren sich Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen und Lebenssituationen.

Drei Projekte sind inzwischen eingetragene Wirtschaftsunternehmen, die direkt oder mittelbar zur Lebensqualität der Einwohner beitragen. Zehn Projekte arbeiten auf überwiegend ehrenamtlicher Basis, eines befindet sich in der Umwandlung. Bisher sind ca. 30 Arbeitsplätze im Dorf neu entstanden (geringfügig entlohnt oder fest in Teilzeit angestellt). Zu nennen sind hier z.B. die Energiegenossenschaft, deren Erträge in weitere Dorfprojekte fliessen oder die „Kombüse 53° Nord“, ein gemeinwohlorientiertes Kulturrestaurant. Dort findet auch das monatliche, mittlerweile fest etablierte Forum statt, zu dem alle interessierten Dorfbewohner*innen eingeladen sind. Hier werden neue Projekte besprochen und angeschoben. In der Ostewert Bürgeraktiengesellschaft haben sich Bürger*innen zusammengefunden und ein großes Projekt gestartet. In einer speziellen Aquakultur, die durch Wärme aus Biogas aus einer Anlage, die mit dem Dung der Kühe aus der Region betrieben wird – werden afrikanische Welse ohne Hormone gezüchtet, die wiederum in der Kombüse und darüber hinaus in ganz Deutschland vertrieben und sehr schmackhaft auf den Tisch kommen. Die Kiwitte, ein kostenloses Nachmittagsprogramm für Kinder und Jugendliche, hat die Räumlichkeiten der geschlossenen Schule wiederbelebt. Die positiven Folgen dieses Engagements sind inzwischen deutlich sichtbar. Die in Gründung befindliche neue Schule sorgt für Zuzug vieler junger Familien aus der ganzen Bundesrepublik.

Diese Entwicklung ist in mehrerer Hinsicht vorbildhaft: Zum einen übernehmen Bürger*innen die Verantwortung für die Gestaltung ihres unmittelbaren Lebensumfeldes. Zum anderen werden unterschiedliche Methoden entwickelt, die immer eine langfristige Betreibung der Projekte im Blick haben. Ehrenamt ist gefragt beim Aufbau und in der Stabilisierungsphase der Projekte. Mittelfristig aber sollen die Projekte mit bezahlten Kräften fortgeführt werden. Die Identifizierung mit der Region und der dörfliche Zusammenhalt sind gewachsen. Das Oberndorfer Modell ist übertragbar auf die Orte, in denen aktive und mutige Menschen gemeinsam die Geschicke Ihrer Region mitgestalten wollen.

www.die-oberndorfer.de

Auftraggeber:
Samtgemeinde Am Dobrock
Zeitraum:
2010 - 2018
Leistungen:
  • Partizipation
  • Entwicklungskonzept
  • Umsetzungsbegleitung
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