Mustersprachen: Forschung und Design

Mustersprachen sind ein wirkmächtige Methodik zur Gestaltung in komplexen Themenfeldern. Sie ermöglichen dem jeweiligen Kontext angepasste, individuelle Entwurfslösungen. So entstehen nachhaltige, resiliente und lebendige Ergebnisse.

Anlass und Zielgruppe

Wie kaum ein anderes Gestaltungswerkzeug gewährleisten Mustersprachen die Entstehung lebendiger, nachhaltiger Lösungen für nahezu jedes Themenfeld. Darüber hinaus ermöglichen sie eine kontinuierliche Gestaltungsarbeit an sich dynamisch verändernden Systemen wie zum Beispiel Organisationen, Projektstrukturen, Innovationsprozessen oder sich an wechselnde Anforderungen anpassende Inhalte.

Nutzen Sie Mustersprachen dann, wenn Sie ein strukturierendes Konzept- und Entwicklungswerkzeug benötigen, mit dem Sie kontinuierlich in einem hochkomplexen Themenbereich Lösungen entwickeln müssen. Dabei kann es sich um tiefgreifende Veränderungsprozesse, Organisationsentwicklungen, Bildungskonzeptionen, Produkt- und Serviceentwicklungen, kontinuierliche Managementaufgaben oder räumlich-strukturelle Planungen handeln.

Mustersprachen sind ein optimales Werkzeug für Menschen in Führungspositionen oder mit Entwurfs- und Planungsverantwortung, die überzeugt sind, dass sie mit klassischen, linearen Management- und Planungsmethoden in ihren Kontexten nicht mehr weiter kommen und die daher nach agileren, wirksameren, ergebnisoffeneren Werkzeugen suchen, die einen höheren Erfolg versprechen.

Wir nutzen Musterprachen sowohl in Forschungs- als auch in Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen. Dazu haben wir den Ansatz der Mustersprache zu einem im Alltag einsetzbaren praktischen flexiblen Werkzeug weiterentwickelt, dass wir Ihnen gerne näher bringen.

Möglichkeiten

Wir entwickeln für und mit Ihnen eine Mustersprache für Ihr Projekt:

  • als Rechercheergebnis und Best-Practice-Compendium für Ihren Themenbereich
  • als Forschungswerkzeug zur Entwicklung guter Entwurfslösungen
  • als Innovationsmethodik
  • als wachsendes Anwendungswissen für ihr Team oder ihre Organisation
  • als Managementinstrument zur kontinuierlichen Arbeit in agilen Veränderungs- und Designprozessen

Angebot

Schulung

Wir bringen Ihnen Mustersprachen in Workshops und Trainings nahe und zeigen Ihnen die Anwendung der Methodik für Ihren Aufgabenbereich.

Entwicklung

Für entwickeln für Sie oder mit Ihnen eine Mustersprache, mit der sie ihre Management-, Prozess-, und Planungsaufgaben kontinuierlich und in hoher Qualität bewältigen können.

Bisherige Anwendungen

Die Mustersprachenmethodik haben wir bisher in folgenden Projekten eingesetzt:

  • für die Entwicklung von Ausbildungsprogrammen der Permakultur Akademie Deutschland
  • für die Entwicklung von Ausbildungsprogrammen der selfHUB Academy for social Entrepreneurship
  • für Maßnahmen der Schulentwicklungsplanung und kommunalen Organisationsentwicklung des Stadtschulamts in Frankfurt am Main
  • für das „Pods and Codes“ Organisationskonzept des Instituts für Partizipatives Gestalten
  • für das UFOPLAN Forschungsprojekt des Bundesumweltamtes und des BMUB „Inklusion in Beteiligung!“
  • für das Webtool www.gut-beteiligt.de
  • für die Organisations- und Projektentwicklung privater Betriebe und Unternehmungen
  • für zahlreiche Konzept- und Projektentwicklungsworkshops zu diversen Themen.

Hintergrund

Die Idee der Mustersprache (pattern language) wurde in den 1970er Jahren von dem amerikanischen Architekten Christopher Alexander entwickelt. Er hatte beobachtet, dass sich in gut funktionierenden, lebendigen Städten und Kommunen immer wieder strukturelle Muster entdecken lassen, von denen er annahm, dass sie zu der hohen Qualität der Stadtteile beitrugen. Diese Muster beschreiben Strukturmerkmale, die zum Gelingen von Gestaltungen beitragen. Muster sind dadurch charakterisiert, dass sie bei struktureller Gemeinsamkeit eine Vielzahl individueller Gestaltungslösungen ermöglichen. Muster sind daher formalisierte Vorschläge zur Lösung eines Problems in einem gegebenen Kontext und nicht allgemeine, standardisierte Lösungen. Mustersprachen entsprechen als methodisches Werkzeug damit den Anforderungen an Kontextualität, Situierung, Prozess- und Ergebnisoffenheit und der Gestaltungsorientierung. Sie ermöglichen emergente Innovationen statt die inkrementelle Verbesserung schon bekannter Einzellösungen.

Muster sind kein Baukastensystem. Muster werden in individuellen Lösungen und Situationen sichtbar, obwohl diese individuell verschieden sind. So sieht kein Schwedenhaus exakt so aus wie ein anderes und keine Gesprächssituation ist exakt genau so wie eine andere, und doch lassen sich Ähnlichkeiten beobachten, die Schwedenhäuser oder Gesprächssituationen erfolgreich machen. Mit diesen Mustern arbeiten Mustersprachen.

Muster werden dazu immer in einer strukturierten Form festgehalten, einer sogenannten Mustermaske. Dadurch ist eine standardisierte Darstellung und eine systematische Arbeitsweise gewährleistet. Statt eine Einzellösung für alle Kontexte zu beschreiben, beschreiben Muster immer Entwurfsempfehlungen, die entsprechend des jeweiligen Kontextes umgesetzt werden können.

Wissenschaftlich und erkenntnistheoretisch sind Mustersprachen Werkzeuge zur Strukturierung komplexen Wissens über mehrere Phasen eines Entwurfsprozesses. Sie dienen zum einen der Wissensproduktion, indem sie Ableitungen von empirischen Beobachtungen einzelner gelungener Lösungen verallgemeinert festhalten. Sie folgen in dieser Phase einer induktiven Logik. In der zweiten Phase helfen diese Musterbeschreibungen als Lösungshilfen dem und der Architekt*in, Designer*in, Konzeptentwickler*in oder der Führungskraft bei dem Entwurf und der Gestaltung neuer individueller Lösungen. Hier wird deduktiv verfahren, um Schlüsse aus dem Einzelfall zu ziehen.

Mustersprachen sind mittlerweile nicht nur in Architektur und Gestaltungsdisziplinen gebräuchlich, sondern auch insbesondere in der Informationstechnologie (pattern oriented software architecture) und den Sozialwissenschaften und im Projektmanagement. Es gibt zahlreiche bekannte Mustersprachen zu einzelnen Themen. Neben der ursprünglichen Mustersprache von Alexander werden sie zum Beispiel auf den Bereich der Gemeingüter (Helfrich et al.) und der politischen Kommunikation (Schuler: 2000) übertragen.

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