Prozesstraining: Krise

Mit Jascha Rohr
Donnerstag-Freitag, 07. – 08. Februar 2019, ganztägig

Moltkestrasse 6a, 26122 Oldenburg
Anmeldung notwendig, 350 € (Ermäßigung für Studierende: 300 €)

Ihre Teilnahme kann im Sinne einer Weiterbildung finanziell unterstützt werden: Unsere Ausbildung entspricht den inhaltlichen und qualitativen Vorgaben der Bildungsprämie und des Hamburger Weiterbildungsbonus. Ebenfalls werden Weiterbildungsmaßnahmen von Beschäftigten niedersächsischer Unternehmen durch das Land Niedersachsen (Weiterbildung in Niedersachsen (WiN)) gefördert.


Prozesstraining Krise und Transformation

Nach der ersten Phase des Feld-Prozess-Modells – Resonanz als Basis dafür, den notwendigen Kontakt zum jeweiligen Kontext einer Aufgabe herzustellen, um gute Gestaltungslösungen entwickeln zu können – kann ein fließender Übergang vom Resonieren und Transformieren entstehen. Darauf aufbauen widmen wir uns in diesem Prozesstraining der Krise.

Krise bedeutet Entscheidung und/oder Wendepunkt – in eine zunächst beliebige Richtung. Das heißt, in Zeiten der Krise können uns Depressionen und Traurigkeit ebenso erfassen wie Euphorie und Tatendrang im Zuge der Transformation. Das Prozesstraining vermittelt, warum wir Krisen als Transformationsmomente willkommen heißen sollten. Durch die Bereitschaft, Krisen und Herausforderungen als Möglichkeiten zur Veränderung zu begreifen, können alte Muster im Denken und Handeln überwunden werden.

Wirkt das Thema Krise zunächst sehr persönlich, erarbeiten wir innerhalb des Trainings, wie ein konstruktiver und bejahender Umgang mit Krisen und Transformation auch in Gestaltungs- und Beteiligungsprozessen zu lebendigen und nachhaltigen Lösungen führen kann.

Hintergrund: Herausforderungen durch komplexe Aufgaben

Gestaltungsaufgaben und Beteiligungsvorhaben sind komplex. Beteiligungs- bzw. Gestaltungsprozesse können vielfältig ablaufen und Verfahren vielseitig gestaltet werden. Aus unserer Erfahrung wissen wir: (Öffentlichkeits-)Beteiligung und Gestaltungsprozesse werden vielfach funktional und instrumentell gedacht und eingesetzt. Prozesse können ihre Dynamik nicht frei entfalten, sie werden vielmehr durch starre Verfahren kontrolliert und gemanagt. Wie aber kann es gelingen, dass Beteiligung (oder in unserem Sinne treffender Teilhabe) sich wirksam entfaltet?

Um dieser Frage näherzukommen, widmen wir die kommenden Veranstaltungen deshalb dem IPG Arbeitsverständnis: den vier Phasen unseres Feld-Prozess-Modells. Wie arbeiten intensiv zu den Themen Resonanz (Immergenz), Transformation (Krise), Kokreation (Emergenz) und Kultivierung (Implementierung). Bei der terminlichen Ausgestaltung haben wir uns an den Jahreszeiten orientiert. Im Winter beschäftigen wir uns deshalb innerhalb des Kolloquiums und anschließendem Methodentrainings mit den Thema Krise. Die Veranstaltungen können als aufeinander aufbauende Reihe oder auch als in sich geschlossene Einzelveranstaltungen besucht werden.

Unser Ansatz: Partizipative Gestaltung,
generative Prozesse und Feld-Prozess-Modell

Eine gelungene Gestaltung resultiert vor allem aus einer Haltung der Akteure gegenüber der Gestaltungsarbeit: Gestaltung kann rein funktional oder instrumentell gedacht werden. Gestalter*innen können sich aber auch in den Kontext des zu Gestaltenden begeben und aus dem Verständnis dieses Kontextes heraus agieren. Eine solche Haltung nennen wir partizipativ. Partizipative Gestaltung geht davon aus, dass Gestaltung immer in einem Kontext entsteht, in dem nicht ein allmächtiges distanziertes Subjekt den Objekten seinen Willen aufzwängt, sondern indem Partizipateure Bindungen miteinander eingehen, die zu einer neuen Gestaltung führen. Sie wird damit zu einem kokreativen Prozess, der in seiner Lebendigkeit als bereichernd erfahren wird und dessen Ergebnisse ebenfalls zur Entfaltung von lebendigen Strukturen beitragen.

Wir nennen diese Prozesse generative Prozesse, da sie eine eigene Generativität und Lebendigkeit besitzen. Ziel unserer Arbeit ist es, generative Prozesse zu erzeugen: Prozesse die aus einer eigenen Lebendigkeit heraus zu ebenso lebendigen Resultaten führen. Diese Prozesse sind jeder für sich neu und herausfordernd. Demgegenüber werden wir häufig mit einem funktionalen Prozessverständnis konfrontiert, nach dem Prozesse als vorher definierte Abfolgen kausal zwingender Schritte konzeptioniert werden.

Den theoretischen Rahmen zur Beschreibung der dynamischen Kräfte, die innerhalb dieser Prozesse wirken, bildet das von uns entwickelte Feld-Prozess-Modell. Eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Stufen des Feld-Prozess-Modells gibt den Teilnehmenden ein Werkzeug in die Hand, Qualitäten, Potentiale und Muster generativer Prozesse wahrzunehmen und mit ihnen konstruktiv (mit ihrer Dynamik und nicht gegen sie) zu arbeiten.

Zielgruppe

Unsere Seminare sind konzipiert für alle Menschen, die Gruppen- und Gestaltungsprozesse begleiten und dabei nicht an der Oberfläche bleiben, sondern die diesen Prozessen zugrunde liegenden Dynamiken verstehen wollen. Das können Führungskräfte, Teamleiter*innen, Lehrer*innen, Kommunalvertreter*innen, Prozess- und Projektbegleiter*innen sein. Aber auch Moderator*innen, die mit intensiven Gruppenprozessen konfrontiert sind oder Designer*innen, Architekt*innen und Planer*innen, die ihre Entwürfe partizipativ entwickeln (wollen).

 

Anmeldung an

ausbildung [at] partizipativ-gestalten [dot] de oder unter +49-441-998489-50

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