Methodentrainig: Kokreation

mit Sonja Hörster und Jascha Rohr
Donnerstag-Freitag, 19.-20. April 2018, ganztägig

Moltkestrasse 6a, 26122 Oldenburg
Anmeldung notwendig, 350 € (Ermäßigung für Studierende: 300 €)

Ihre Teilnahme kann im Sinne einer Weiterbildung finanziell unterstützt werden: Unsere Ausbildung entspricht den inhaltlichen und qualitativen Vorgaben der Bildungsprämie und des Hamburger Weiterbildungsbonus. Ebenfalls werden Weiterbildungsmaßnahmen von Beschäftigten niedersächsischer Unternehmen durch das Land Niedersachsen (Weiterbildung in Niedersachsen (WiN)) gefördert.


Hintergrund: Herausforderungen durch komplexe Aufgaben
Gestaltungsaufgaben und Beteiligungsvorhaben sind komplex. Beteiligungs- bzw. Gestaltungsprozesse können vielfältig ablaufen und Verfahren vielseitig gestaltet werden. Aus unserer Erfahrung wissen wir: (Öffentlichkeits-)Beteiligung und Gestaltungsprozesse werden vielfach funktional und instrumentell gedacht und eingesetzt. Prozesse können ihre Dynamik nicht frei entfalten, sie werden vielmehr durch starre Verfahren kontrolliert und gemanagt. Wie aber kann es gelingen, dass Beteiligung (oder in unserem Sinne treffender Teilhabe) sich wirksam entfaltet?

Um dieser Frage näherzukommen, widmen wir die kommenden Veranstaltungen deshalb dem IPG Arbeitsverständnis: den vier Phasen unseres Feld-Prozess-Modells. Wie arbeiten intensiv zu den Themen Resonanz (Immergenz), Transformation (Krise), Kokreation (Emergenz) und Kultivierung (Implementierung). Bei der terminlichen Ausgestaltung haben wir uns an den Jahreszeiten orientiert.Im Frühjahr, der Zeit des Erwachsens und Auferstehens, beschäftigen wir uns deshalb innerhalb des Kolloquiums und anschließenden Methodentrainings mit den Thema Emergenz. Die Veranstaltungen können als aufeinander aufbauende Reihe oder auch als in sich geschlossene Einzelveranstaltungen besucht werden.

Unser Ansatz: Partizipatives Gestaltung, Generative Prozesse und Feld-Prozess-Modell

Eine gelungene Gestaltung resultiert vor allem aus einer Haltung der Akteure gegenüber der Gestaltungsarbeit: Gestaltung kann rein funktional oder instrumentell gedacht werden. Gestalter*innen können sich aber auch in den Kontext des zu Gestaltenden begeben und aus dem Verständnis dieses Kontextes heraus agieren. Eine solche Haltung nennen wir partizipativ. Partizipative Gestaltung geht davon aus, dass Gestaltung immer in einem Kontext entsteht, in dem nicht ein allmächtiges distanziertes Subjekt den Objekten seinen Willen aufzwängt, sondern indem Partizipateure Bindungen miteinander eingehen, die zu einer neuen Gestaltung führen. Sie wird damit zu einem kokreativen Prozess, der in seiner Lebendigkeit als bereichernd erfahren wird und dessen Ergebnisse ebenfalls zur Entfaltung von lebendigen Strukturen beitragen.

Wir nennen diese Prozesse generative Prozesse, da sie eine eigene Generativität und Lebendigkeit besitzen. Ziel unserer Arbeit ist es, generative Prozesse zu erzeugen: Prozesse die aus einer eigenen Lebendigkeit heraus zu ebenso lebendigen Resultaten führen. Diese Prozesse sind jeder für sich neu und herausfordernd. Demgegenüber werden wir häufig mit einem funktionalen Prozessverständnis konfrontiert, nach dem Prozesse als vorher definierte Abfolgen kausal zwingender Schritte konzeptioniert werden.

Den theoretischen Rahmen zur Beschreibung der dynamischen Kräfte, die innerhalb dieser Prozesse wirken, bildet das von uns entwickelte Feld-Prozess-Modell. Eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Stufen des Feld-Prozess-Modells gibt den Teilnehmenden ein Werkzeug in die Hand, Qualitäten, Potentiale und Muster generativer Prozesse wahrzunehmen und mit ihnen konstruktiv (mit ihrer Dynamik und nicht gegen sie) zu arbeiten.

Methodentraining Kokreation

Resonanz und Transformation durch Krise sind Ausgangsbedingungen für kokreatives Gestalten. Kokreation heißt „gemeinsam kreieren oder schöpfen“. Wir definieren Kokreation daher als kreativen Prozess, an dem unterschiedliche Partizipateure teilhaben, um emergente, also neue, vorher noch nicht ersichtliche Lösungen, Ideen und Innovationen zu schaffen. Während „Kreation“ den kreativen Prozess selbst bezeichnet, bezieht sich das „Ko“ auf die Teilhabe von in einem Feld verbundenen Partizipateuren an diesem Prozess. Das bedeutet, dass von Kokreation nur dann gesprochen werden kann, wenn die Partizipateure in resonanten Beziehungen zueinander stehen und diese Beziehungen die Grundlage ist, aus der heraus Gestaltung geschieht.

Wenn wir unser Zusammenleben und Zusammenarbeiten (u.a. die Gestaltung von Städten, Gebäuden, Organisationen, Produkten, Dienstleistungen, politischen Strukturen oder unserer Interaktion mit dem Planeten) gestalten, dann sollten wir das in kokreativen Prozessen machen. Denn: Wenn Gestaltungen aus resonanten Beziehungen im gemeinsamen Prozess entstehen, werden sie weniger zerstörend und krankmachend sein als Ergebnisse aus entfremdeten und instrumentellen Gestaltungsprozessen.

Innerhalb des Methodentrainings arbeiten wir intensiv an dem Thema Kokreation. In einem persönlichen Prozess (anhand eines beruflichen oder persönlichen Themas) werden Methoden und Wirkungen von Kokreation erfahren. In theoretischen Zwischenschritten werden Hintergründe und Arbeitsmethoden von uns erklärt, so dass sie anschließend in der eigenen Praxis weitergegeben werden können.

Zielgruppe

Das Methodentraining ist interessant für alle Menschen, die Gruppen- und/oder Gestaltungsprozesse begleiten. Darunter Teamleiter*innen, Prozessbegleiter*innen, Moderator*innen u.v.m.

 

Anmeldung an ausbildung [at] partizipativ-gestalten [dot] de oder unter +49-441-998489-50

 

 

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