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KI-GESTÜTZTE KOLLEKTIV-SOZIALE MODERATION

VISION:

Digitale Plattformen sind im letzten Jahrzehnt wichtige Instrumente zur gemeinsamen Entwicklung von Ideen und Orte des politischen Meinungsaustausches geworden. Neben dem direkten Austausch zwischen Nutzer:innen auf Sozialen Medien haben sich digitale Kommunikationsplattformen für die politische Meinungsbildung etabliert. 

Verwaltungen und politische Institutionen nutzen immer häufiger Online Plattformen zur Beteiligung von Bürger:innen und auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie NGOs, Stiftungen, Vereine etc. benötigen die Möglichkeit der politischen Willensbildung und Entscheidungsfindung. Darüber hinaus gibt es einen großen Bedarf an Möglichkeiten für lebhafte und diverse Diskussionen im digitalen Raum.

Diese Verlagerungen des Austausches, des Diskurses und der Diskussion in einen moderierten, konstruktiven, barrierefreien Raum im Internet bringt oft Probleme mit sich. Wie aufwändig ist die Moderation dieses Raumes, wie kann ich die Diskussionqualität heben und wie kann die Ergebnisse dieses digitalen Austausches optimal nutzen?

KOSMO MÖCHTE DARAUF EINE ANTWORT GEBEN:

KOSMO ist die prototypische Entwicklung eines KI-gestützten Assistenzsystems, das die Moderation bei der Qualitätssicherung und die Synthese von Online-Diskussionen und Online- Partizipationsverfahren proaktiv unterstützt und sie teilweise automatisiert.

WIR ERREICHEN:

  • Die Reduzierung des Moderationsaufwands, indem eine automatisierte umfassende Analyse der Qualität von Beiträgen stattfindet.
  • Die proaktive Unterstützung von Moderator:innen bei der Beantwortung von problematischen und wenig argumentativen Beiträgen.
  • Eine Erhöhung der Beteiligungsmotivation von bislang passiven Diskussions-Beobachter:innen durch bessere Qualität von Diskussionen
  • Eine bessere Verwertbarkeit der Ergebnisse, indem durch Gamifizierung die Zusammenfassung von Beiträgen durch Teilnehmer:innen unterstützt wird.
  • Eine modulare Umsetzung eines Prototyps unter Open-Source-Lizenz, der von verschiedenen Zielgruppen praktisch erprobt wird

ROADMAP:

 

→ FEB 2021:

Erarbeitung des Gamifizierungskonzeptes

→ NOV 2020:

Entwicklung der Wireframes, erste UI/UX Konzepte

→ NOV 2020:

Beginn Training der KI

→ OKT 2020:

Anforderungsanalyse/Abschluss Konzeptphase – Ergebnis: „KOSMO ist ein innovatives Kollaborationsprojekt aus Praxis und Forschung zur Stärkung demokratischer Diskussionen im digitalen Raum. Transparent, offen, niedrigschwellig und KI-gestützt.“)

→ SEPT 2020:

Workshop mit Praxispartnern/Ergebnis(Wünsche der Praxispartner): „Die community moderiert sich: hilft und unterstützt“, „Weniger Löschungen und Blockaden“, „Mehr Zeit für positive Community- Arbeit, nicht nur reagieren“, „Was sind gute Beiträge und wie können sie sortiert werden“ 

→  JUN 2020:

Kick Off KOSMO

FORSCHUNGSPROJEKT:

Mit KOSMO soll ein Assistenzsystem entwickelt werden, das die Qualität von Beiträgen einer Online- Diskussion automatisiert erkennen und bewerten kann und sich dabei nicht, wie bisherige Lösungen, auf die Erkennung von Beleidigungen oder anderer Formen von Inzivilität beschränkt. Das Qualitätskonzept von KOSMO basiert auf der Deliberationstheorie, einem wissenschaftlich fundierten, mehrdimensionalen Ansatz aus der Politikwissenschaft.

Die Einstufung der Qualität von Diskussionen und Diskussionsbeiträgen erfolgt dabei hinsichtlich der Kriterien Rationalität (z.B. Verwendung von Argumenten), Konstruktivität (z.B. Einbringen von Lösungsvorschlägen), Zivilität (Abwesenheit von Beleidigungen, Stereotypen etc., Zeigen von Respekt) und Reziprozität (Ausmaß der gegenseitigen Bezugnahme).

Durch die automatisierte umfassende Erkennung von Diskussionsqualität und durch fortgeschrittene statistische Prognosemodelle soll KOSMO Moderator:innen auch dabei unterstützen, hochwertige Beiträge hervorzuheben und ihnen passende Antworten auf verbesserungswürdige Beiträge vorzuschlagen, statt Fehlverhalten lediglich durch Löschung der Beiträge zu sanktionieren. Sowohl die umfassende Analyse der Qualität von Beiträgen als auch der dialog-basierte Moderationsansatz sind bislang einzigartig.

Ein weiterer Schwerpunkt von KOSMO ist die Unterstützung der Synthese bzw. Zusammenfassung von Diskussionsbeiträgen. Mit KOSMO sollen deswegen das User Interface und die Bedienelemente, so gestaltet werden, dass Teilnehmende in Online-Diskussion ähnliche Argumente erkennen und markieren sowie Kernaussagen und Kernthemen hervorheben und benennen können. Anders als bei vorherrschenden Gamification-Ansätzen, die sehr stark auf kurzfristige Belohnungsmethoden wie Bestenlisten und Punktegewinne setzen, zielt der „Meaningful Gamification“- Ansatz darauf ab, bei den Nutzer:innen eines Systems langfristige Verhaltensänderungen zu erreichen, die auch ohne die Belohnungen aufrechterhalten werden. Mit KOSMO erreichen wir Teilnehmende langfristig zu motivieren, nicht nur an der Synthese mitzuwirken, sondern auch zu einer konstruktiven und besser auswertbaren Online-Diskussion beizutragen. Dieser mit KOSMO verfolgte Ansatz ist in dieser Form bislang einzigartig.

KONSORTIALPARTNER:INNEN 

LIQUID DEMOCRACY E.V.

Liquid Democracy e.V. wurde im Jahr 2009 gegründet und ist ein innovatives Konzept zur Verflüssigung starrer Strukturen, die unsere Demokratie beschränken. Konkret heißt dies: Liquid Democracy entwickelt Partizipationssoftware für eine große Bandbreite an Partnern: Verwaltungen auf kommunaler und Bundesebene, politische Parteien und Unternehmen – aber auch internationale Organisationen oder kleine lokale Initiativen.

Die Arbeit von Liquid Democracy gründet auf der Überzeugung, dass das System der repräsentativen Demokratie in seiner aktuellen Verfassung mehr direkte Beteiligung ermöglichen sollte. Liquid Democracy bietet eine Lösung, indem sie die Barrieren für mehr demokratische Mitsprache sowie die Grenzen zwischen Regierenden und Regierten »verflüssigt«. 

Dabei werden die Potenziale der Digitalisierung genutzt, um diese Ideen in die Tat umzusetzen. Partizipation wird somit unabhängig von Standort und Zeitpunkt ermöglicht und durch gutes Design effizient und leicht umsetzbar.

 

HHU DÜSSLEDORF

Am Düsseldorfer Institute for Internet and Democracy DIID forschen Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen rund um das Thema Internet und Demokratie:

  • Wie verändert die Digitalisierung die Kommunikation in verschiedenen Gesellschaftsbereichen?
  • Wie können Online-Anwendungen genutzt und gestaltet werden, um demokratische Teilhabe und kollaborative Entscheidungsprozesse zu verbessern?
  • Wie kann partizipative Online-Kommunikation strukturiert, analysiert und vor Manipulationen geschützt werden?
  • Welche demokratisch destruktiven Kräfte sind am Werk und wie können Konflikte online ausgetragen und gelöst werden?

Die Forschungsinteressen des DIID umfassen Forschungsfelder, in denen unsere Mitglieder bereits forschen. In den strukturgebenden Bereichen Kommunikation, Partizipation und Entscheidung finden sich verschiedene Forschungsvorhaben und Fragestellung, die langfristig bearbeitet werden sollen.

INSTITUT FÜR PARTIZIPATIVES GESTALTEN GMBH

Inmitten von komplexen Heraus­forderungen entwirft das Institut für Partizipatives Gestalten mit Akteuren aus Zivil­gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft nachhaltige und sinnvolle Lösungen. Dazu nutzt das IPG entwurfsorientierte, kollaborative und kokreative Methoden. Das IPG begleitet kleine, große und sehr große Gruppen durch ihre Prozesse, egal ob Teams, Organisationen, Unternehmen, Nachbarschaften, Menschen einer Stadt oder solche die gemeinsam ein Thema verfolgen. Gemeinsam wird ein Prozess entwickelt, der gleichermaßen Sicherheit und notwendige Auseinandersetzung ermöglicht.

KONTAKT:

Marie-Kathrin Siemer (Liquid Democracy / Lead): info [at] kosmo-moderation [dot] de

Roland Wehking (Institut für Partizipatives Gestalten): ipg [at] kosmo-moderation [dot] de

Marc Ziegele & Katharina Gerl (Heinrich Heine Universität Düsseldorf): hhu [at] kosmo-moderation [dot] de



Förderkennzeichen:

01IS19040B