Kolloquium: Partizipative Gestaltung im Anthropozän

mit Jascha Rohr
Donnerstag, 11. Mai 2017, 19.30 Uhr 
Moltkestrasse 6a, 26122 Oldenburg
Anmeldung erwünscht


Der Begriff des Anthropozäns steht für die Erkenntnis, dass menschliches Handeln erdverändernde Ausmaße angenommen hat: Wir gestalten nicht nur unsere eigenen menschlichen Systeme der Anthroposphäre, sondern greifen mit und auch ohne Intention in die Biogeosphäre ein und hinterlassen dort Spuren und Schäden mit teils katastrophalen Ausmaßen für den Fortbestand unserer Lebensgrundlagen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Menschen weiterhin ihre Umwelt verändern werden und wir beobachten, dass diese Veränderungen desaströse Auswirkungen auf die globalen Lebensgrundlagen haben und wenn wir gleichzeitig konstatieren, dass die bisherige Verfahren (z.B. Klimakonferenzen und Verhandlungen zum Welthandel) nicht rechtzeitig die notwendigen Ergebnisse erzielen, dann müssen wir nicht nur nach neuen themenbezogenen Lösungen suchen, sondern vor allem danach fragen, wie wir künftig zu diesen Lösungen kommen wollen.

Ein Blick auf die Verfahren z.B. zur Bekämpfung des globalen Klimawandels, zur Entwicklung eines fairen Welthandels oder zum Schutz der globalen Gemeingüter, legt die Vermutung nahe, dass diese keine adäquate Handlungsstrategien darstellen, um in angemessener Zeit notwendige und innovative Lösungen zu entwickeln. Es gibt also einen zunehmend hohen Druck, die Art und Weise der Durchführung unserer globalen Gestaltungsprozesse fundamental neu zu denken. Das Wie der Gestaltung wird damit ebenso relevant, wie das Was.

Partizipative Gestaltungsprozesse können eine große Rolle dabei spielen, nachhaltige Entwicklung und den Aufbau von Lebensgrundlagen zu unterstützen. Auf lokaler Ebene, insbesondere in der Stadt-, Regional- und Raumplanung, aber auch bei anderen kommunalen Themen wie Schulentwicklung, Mobilität oder Energieversorgung ist die Einbindung relevanter Akteure in Planung, Gestaltung und Willensbildung zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen und Innovationen vielfach erfolgreich erprobt und Teil der alltäglichen Arbeit am IPG. Anders sieht es bei transnationalen und globalen Gestaltungsprozessen aus. 

In diesem Kolloquium beleuchtet Jascha Rohr,  wie das Wissen um kollaborative Gestaltungsprozesse dazu beitragen kann, rechtzeitig Lösungen für die globalen Herausforderungen zu entwickeln. Neben den theoretischen Aspekten stellen wir aktuelle Projektvorhaben u.a. in Zusammenarbeit mit dem European Centre for Sustainability Studies der Zeppelin Universität vor.

Die Kolloquien am IPG bestehen in der Regel aus drei Teilen: einem Vortrag oder einer Präsentation, einer gemeinsamen Diskussion und einem gemütlichen Ausklang im offenen Gespräch.

Sie sind öffentlich und kostenfrei.

Eine Anmeldung wird erbeten unter ausbildung [at] partizipativ-gestalten [dot] de oder +49-441-998489-50

 

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