Wie kann gelungene Online-/Offline Partizipation aussehen?

Beispiele

In den nachfolgenden Beispielen erläutern wir das Prinzip. Als Verallgemeinerung haben diese Beispiele selbstverständlich nicht den Detaillierungsgrad, den ein konkretes Verfahrensdesign hätte:

Beispiel 1: Durchführung einer online und offline kombinierten Planungswerkstatt

Phase 1: Onlinekonferenz per Computer oder Telefonteilnahme

  • Begrüßung und Erklärung des Online-Prozesses, Einführungen
  • 1,5 Stunde Webkonferenz mit Impulsen, Erklärungen und Nachfragen im Zoom
  • Aufnahme und anschliessender Bereitstellung der Session zum nachträglichen Anschauen

Phase 2: Einarbeitung

  • Arbeitsmaterialien zur Einzelarbeit werden online zur Verfügung gestellt oder per Post zugeschickt. Dies können Texte, Onlinevideos oder tatsächliche Aufgabenblätter und Materialien für Zeichnungen, Beobachtungsgänge, Modellbau etc. sein.
  • Teilnehmende können sich individuell und in ihrer eigenen Zeit einarbeiten. Zeitraum über ca. 3-4 Tage

Phase 3: Öffentliches Online Forum mit Diskussion zu inhaltlichen Fragen

  • 2 Stunden moderierte Online- Diskussion z.B. als Fishbowl oder mit Breakout-Sessions
  • Aufnahme und nachträgliche Bereitstellung als Video

Phase 4: Entwurfsarbeit

  • Teilnehmende arbeiten an individuellen Entwürfen, Lösungen und Vorschlägen mit zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien. Gruppensessions per Zoom sind in dieser Phase möglich.
  • Die entwickelten Entwürfe, Lösungen und Vorschläge können online oder per Post eingereicht werden und werden anschließend vom Durchführungsteam ausgewertet.
  • Zeitraum über ca. 3-4 Tage

Phase 5: Abschlussforum

  • Präsentation der Einreichungen in einer Videokonferenz und moderierte Online- Diskussion, nächste Schritte und Dank
  • Zeitraum: 2 Stunden

 

Beispiel 2: Partizipative Communitypflege

Gute Beteiligung baut auf einer Community engagierter Teilnehmender auf. Diese Gemeinschaft kann wie folgt auch unter den Bedingungen von Kontaktbeschränkungen gepflegt werden:

  • virtuelle Führungen: Führungen werden als Videocast zur Verfügung gestellt
  • Partizipativer Videoblog: Videos mit Längen (z.B. 3min) – und Mengenbegrenzung (z.B. 1) werden auf dem Handy oder mit der Webcam von Teilnehmenden erstellt und in einen gemeinsamen Blog gestellt. So kann Jede*r gesehen und jede Stimme gehört werden und es entsteht eine Archiv aus wertvollen Beiträgen, das auch nachträglich erhalten bleibt. Dies kann eine Grundlage für spätere Onlinediskussionen sein
  • Online-Podien, -Interviews und Talkshows mit geladenen Gästen: mit oder ohne anschließende Diskussion können diese Gespräche mit geringem Aufwand organisiert und live gestreamt werden. Das verdichtet den Diskurs der Teilnehmenden zu bestimmten Themen, schafft die oft von Teilnehmenden geforderte längere und tiefere Diskussion und ermöglicht Aussprache, Verständnis und Erkenntnisgewinn. Mitschnitte könnten später ebenfalls veröffentlicht werden.
  • Nutzung von Apps und Plattformen wie PlaceM  (https://www.politikzumanfassen.de/placem/) oder WeChange, mit der ein vertraulicher Kommunikationskanal zur Community aufgebaut werden kann und die im Idealfall Open Source sind.
  • Kettenbriefe: Teilnehmende schicken sich Fragen, Antworten, Entwürfe und Beiträge als Kettenbrief oder Päckchen in Reihe zu. Dies hilft vor allem über lange Zeiträume, mehrere Ketten können parallel gestartet werden und z.B. Gruppenarbeiten ersetzen.

Jascha Rohr, Institut für Partizipatives Gestalten, 9.4.2020

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