Gut Sannum - Freiraum für Alle

Haus Sannum liegt in sehr schöner Umgebung am Rande von Huntlosen in der Wildeshauser Geest, direkt am Naturschutzgebiet Barneführer Holz und dem Hunte-Radweg. Das Café Sannum ist vielen Spaziergängern und Radfahrern aus der Region bekannt. Dass die Freiräume von Haus Sannum noch viel ungenutztes Potential zu bieten haben und hier noch einige Schätze gehoben werden können, dass war uns allen klar.
„Gut Sannum - Freiraum für Alle“, so heißt das gemeinsam in der Planungswerkstatt entwickelte Motto der Neugestaltung, an der zwanzig Bewohner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Leitung von Haus Sannum, Vertreterinnen und Vertreter des Bezirksverbandes Oldenburg und der Architekten der sich in Planung befindenden neuen Wohngruppenhäuser teilgenommen haben. Die hier entstandenen Vorschläge sind die Basis unseres Konzeptentwurfs.
Einen Gutshof verbinden wir mit der Vorstellung des Wohnens und Arbeitens als große Gemeinschaft an einem Ort, der durch Gärtnerei, Landwirtschaft, Handwerk und Kontakt mit Natur vielfältige Möglichkeiten für ein gesundes, aktives und abwechslungsreiches Leben bietet. Sannum bietet dabei Freiräume für Alle: für Menschen mit und ohne Behinderungen und für Menschen jeden Alters. Auf diese Weise ist Gut Sannum ein vorbildliches Projekt der Inklusion.
Das Motto richtet sich zunächst an die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gut Sannum. Sie sollen Sannum als Ort erleben können, den sie im Rahmen Ihrer individuellen Fähigkeiten und Interessen mitgestalten und mit Leben füllen können. Gut Sannum als Ort des Zusammenlebens und -arbeitens wahrzunehmen, der nicht nur räumlich viele Freiräume zu bieten hat, sondern auch dazu einlädt, die eigenen Möglichkeiten zu entdecken, aktiv zu erleben und zu nutzen.
Gut Sannum strebt eine barrierefreie Gestaltung der Freiräume an - das ist eine Herausforderung auf einem ländlichen Hof mit Gärten, Landwirtschaft und Wald. Alle Hauptwege werden Rollstuhl- und Rollatorgerecht gestaltet, das Leitsystem hilft bei der Orientierung und wird verschiedene Sinne ansprechen, Erlebnis- und Spielstationen laden ein, sich der Umwelt auf vielfältige Art und Weise zu nähern. Aber auch dort, wo die barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit nicht vollständig erreicht werden kann, soll die Neugestaltung dazu animieren, natürliche Barrieren kreativ zu nutzen und sie als positive Herausforderungen zu begreifen. Auch das therapeutische Angebot, z.B. im Kontakt mit den Pflanzen und Tieren, soll anregen, eigene Freiräume zu erkunden und auszuweiten.
Schon jetzt erhält Sannum viel Besuch: Bekannte und Verwandte besuchen die Bewohnerinnen und Bewohner, Spaziergänger wandern über das Gelände, Besucher kaufen im Hofladen ein und genießen die Torten des Cafés. Darüber hinaus hat Gut Sannum ein sehr großes und bisher ungenutztes Potential, ein attraktives Naherholungsziel, insbesondere auch für Menschen mit Behinderungen, zu werden.
Mit seinem spezifischen Angebot wäre Gut Sannum in ganz Deutschland einzigartig. Die Biolandgärtnerei, ein Bauernhof mit schützenswerten Haustierrassen zum Anschauen und Streicheln, eine wunderschöne Natur für barrierefreie Spaziergänge und kleine Wanderungen durch die Gärtnerei, den Hutewald und entlang der Hunte und ein ausbaufähiges Angebot von Hofladen, Werkstätten und Café bieten ungeahnte Synergien im Sinne der hier wohnenden und arbeitenden Menschen. Für Bewohner und Gäste mit und ohne Behinderungen kann ein ganz besonderes Freizeit- und Therapieangebot entstehen. Darüber hinaus erschließt gerade der touristische Bereich die vorhandenen Ressourcen auch ökonomisch äußerst sinnvoll. Finanzielle Freiräume zur Realisierung weiterer Angebote für Bewohnerinnen und Bewohner sowie für Gäste können mit Hilfe des touristischen Angebots erwirtschaftet werden.
Natur und Naturerlebnis sind ein großes Potential von Sannum. Sannum ist ein Ort um Gelassenheit und Ursprünglichkeit zu erleben. Damit die Natur ihren vollen therapeutischen Effekt entfalten kann, gilt es auch sie selbst so ursprünglich wie möglich zu erhalten. Daher umfasst das Konzept auch einen eng mit dem Naturschutz verbundenen, ökologischen und extensiven Gartenbau und eine Landwirtschaft, die auf eine nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen setzen. Bewohnerinnen und Bewohner als auch Gäste können so die Heilungskräfte der Natur im eigenen Erleben genießen.
Planungswerkstatt & Gesamtkonzept: 2010
Umsetzung: Ab 2011
Laufzeit: offen
